Lehrer mit Schulklasse im Unterricht. Auf der Tafel sind Erklärungen zum Fach Physik zu erkennen.

Unterrichtsversorgung

Die Landesregierung arbeitet seit Amtsantritt kontinuierlich daran, den von der Vorgängerregierung übernommenen Lehrkräftemangel zu verringern. 

Mit einem Mix aus lang-, mittel- und kurzfristigen Maßnahmen arbeitet die Landesregierung daran, den von der Vorgängerregierung übernommenen Lehrkräftemangel zu verringern und die Lehrkräfteversorgung der Schulen in Nordrhein-Westfalen Schritt für Schritt weiter zu verbessern. Dabei werden auch die besonderen Herausforderungen in den Blick genommen, die mit der Pandemie verbunden sind.

Eine verlässliche Datenbasis für eine bessere Lehrerversorgung

Zahlen, Daten und Fakten für eine Eine der ersten Maßnahmen der neuen Landesregierung bestand darin, eine verlässliche Datenbasis zu schaffen und eine aktuelle Lehrerbedarfsprognose zu erstellen. Die letzte Lehrerbedarfsprognose der Vorgängerregierung stammte aus dem Jahr 2011 mit einer Datenbasis aus dem Jahr 2009. Nach der neuen Lehrerbedarfsprognose stellt sich die Situation je nach Schulform, Fachrichtung und Region unterschiedlich dar. Während die Lehrerversorgung an Grundschulen, an Förderschulen, an Schulformen der Sekundarstufe I und an Berufskollegs angespannt ist – hier fehlen laut Lehrerbedarfsprognose in den nächsten zehn Jahren rund 15.000 Lehrkräfte –, gibt es für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen in bestimmten Fächern einen deutlichen Bewerberüberhang von ca. 16.000 Lehrkräften.

Kreativ, pragmatisch und unkonventionell den Lehrermangel bekämpfen

Das Ministerium für Schule und Bildung hat in dieser Legislaturperiode bisher 4 Maßnahmenpakete auf den Weg gebracht und umgesetzt. Damit konnten bereits über 5.362 Stellen (Stand: 30. Juli 2021) besetzt werden, die sonst unbesetzt geblieben wären. Die getroffenen Maßnahmen zur Verbesserung der Lehrkräfteversorgung setzen an verschiedenen Punkten an. Es gibt Maßnahmen aus dem Bereich des Dienstrechts, aus dem Bereich der Lehrerausbildung und aus dem Bereich der Lehrereinstellung. Alle gemeinsam zielen darauf ab, die Situation an den Schulen mit kreativen, pragmatischen und teilweise auch unkonventionellen Maßnahmen Stück für Stück zu verbessern.

Folgende Maßnahmen wurden bisher ergriffen:

  • An der Grundschule ist der Seiteneinstieg nach den Fächern Sport, Musik und Kunst um das Fach Englisch erweitert worden.
  • Für Lehrerinnen und Lehrer mit einer Lehrerausbildung für Gymnasien und Gesamtschulen (Sekundarstufe II) wurden neue Einstellungsmöglichkeiten an Grundschulen, im Gemeinsamen Lernen und an Schulformen der Sekundarstufe I geschaffen.
  • Die Zugangsvoraussetzungen für den Seiteneinstieg wurden geändert, sodass nun auch Master-Absolventinnen und Master-Absolventen von Fachhochschulen den berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst absolvieren können (OBAS). Die Regelstudienzeit wurde von acht auf sieben Semester reduziert.
  • Die Möglichkeiten zum berufsbegleitenden Erwerb des Lehramts für sonderpädagogische Förderung wurde verlängert (VOBASOF).
  • Für Beamtinnen und Beamte im Ruhestand ist die Wiederbeschäftigung im öffentlichen Schuldienst als Tarifbeschäftigte durch Aussetzen der Hinzuverdienstgrenze bis zum 31. Dezember 2024 finanziell attraktiver geworden. 
  • Bei Neueinstellungen von Lehrkräften können unter bestimmten Voraussetzungen Zuschläge gezahlt werden.

Schulen können die Auswirkungen der Pandemie abfedern

Das vierte Maßnahmenpaket zielt auch darauf ab, die pandemiebedingten Belastungen für die Schulen abzumildern:

  • Durch die Wiedereinführung von G9 an den Gymnasien werden ab dem Schuljahr 2026/27 in erheblichem Umfang zusätzliche Lehrkräfte benötigt. Ein Teil dieser Lehrkräfte wird bereits vorzeitig unbefristet eingestellt und grundsätzlich an Schulformen abgeordnet, an denen der Personalbedarf besonders groß ist. Für das Schuljahr 2020/21 wurden den Schulen bereits 800, für das Schuljahr 2021/22 weitere 650 Vorgriffsstellen zur Besetzung zur Verfügung gestellt.
  • Die Möglichkeiten zur befristeten Einstellung von Lehrkräften wurden erweitert.
  • Die Schulleitungen wurden dafür sensibilisiert, dass sie auf zeitweilige Personalengpässe flexibel reagieren können. So kann die Zahl der wöchentlichen Pflichtstunden einer Lehrerin oder eines Lehrers aus schulorganisatorischen Gründen für einen begrenzten Zeitraum über- oder unterschritten werden. Hierbei handelt es sich ausdrücklich nicht um Mehrarbeit. Die zusätzlich oder weniger erteilten Unterrichtstunden können innerhalb des Schuljahres, ausnahmsweise auch im folgenden Schuljahr ausgeglichen werden.
  • Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter können mehr selbstständigen Unterricht erteilen.

Informations- und Werbekampagne für den Lehrerberuf

Darüber hinaus wirbt das Ministerium für Schule und Bildung mit einer Informations- und Werbekampagne für den Lehrerberuf gezielt um Nachwuchskräfte für den Schuldienst. Da die Einstellungschancen nach Schulform und Fächerkombination sowie regional zum Teil erheblich differieren, geschieht dies zielgerichtet, fächer- und lehramtsspezifisch.

Neue Studienplätze

In einem großen Kraftakt hat die Landesregierung gemeinsam mit den Hochschulen die Studienplatzkapazitäten dauerhaft erhöht. Im Grundschullehramt wurden seit Beginn der Legislaturperiode insgesamt mehr als 700 neue Studienplätze geschaffen und gesichert. Im Lehramt für sonderpädagogische Förderung (Lehrkräfte an Förderschulen und im Gemeinsamen Lernen) werden in dieser Legislaturperiode insgesamt 750 neue Studienplätze dauerhaft eingerichtet.

Weitere Informationen für Schulleitungen

Die wichtigsten Maßnahmen der Maßnahmenpakete 1 bis 3 aus den Bereichen Dienstrecht, Lehrerausbildung und Lehrereinstellung sind in einer Broschüre für die Schulleitungen (sog. Instrumentenkasten) zusammengefasst und im vergangenen Jahr an alle Schulen verschickt worden. Die Broschüre kann hier abgerufen werden.