In der Schule ist in den Ferien viel los

Ferien! Sechs Wochen lang tanzen die Mäuse auf den Tischen, vertrocknen Topfpflanzen, herrscht absolute Stille im Schulgebäude. Wirklich? Im Gegenteil – in den Ferien ist im Schulgebäude Hochbetrieb.

Von Susanne Schnabel

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Kinderstimmen schallen über den Schulhof, Tastaturen klackern, eine Bohrmaschine brummt, es duftet nach frischem Kaffee. In den Sommerferien wird zwar nicht gelernt und gelehrt, aber leer ist die Schule deswegen noch lange nicht. Es gibt jede Menge Arbeit in der Katholischen Grundschule Ohler in Mönchengladbach. "Gerade in den Ferien haben wir in Schulgebäuden immer viel zu tun, weil wir dann den Schulbetrieb nicht stören", sagt Tischlermeister Jürgen Jäckel, der mit einem Mitarbeiter die neuen Schränke für die Schulbücherei aufbaut.

Aufräumen, putzen, planen und ein bisschen Urlaub

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Im Gebäude nebenan stapeln sich Umzugskartons. Schulleiter Hans Günter Brockers räumt gemeinsam mit dem Hausmeister ein Zimmer leer, weil die Klasse in eine andere Etage umzieht. "„Eine verwaiste Schule werden Sie in den Ferien nicht finden. Es gibt dauernd etwas zu tun und man trifft eigentlich immer jemanden“", sagt der Rektor, der von einer Mutter abgefangen wird, die das Zeugnis ihres Sohnes abholen möchte. Der war kurz vor Ferienbeginn krank geworden. Brockers macht in den kommenden Tagen den Termin- und Stundenplan für das erste Halbjahr, kümmert sich um Nachhilfe für einige Schülerinnen und Schüler, trifft sich mit dem Kirchenvorstand, bei dem er das benachbarte Jugendheim gemietet hat und organisiert, dass der Bauzaun am Bolzplatz wieder zurück zu Borussia Mönchengladbach kommt. Den hatte er sich beim Fußballverein ausgeliehen. "Die neuen Schulbücher treffen eine Woche vor Schulbeginn ein und müssen verteilt werden. „Ich fahre zehn Tage in Urlaub, bin ansonsten fast jeden Tag hier – mal vormittags, mal abends. Den anderen Rektoren geht es auch nicht anderes"“, sagt Hans Günter Brockers.

Die Grundschülerinnen und Grundschüler zeigen ihre Freude auf das Ferienende 

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In den ersten drei Wochen ist die Schulsekretärin im Büro. Sie legt die Akten der neuen Schüler an und archiviert die Zeugnisse. Die Lehrerinnen und Lehrer räumen in der Ferienzeit ihre Klassenzimmer auf und der Hausmeister kümmert sich darum, dass die Böden und Fenster blitzblank sind, wenn die Schülerinnen und Schüler nach den Ferien wiederkommen. „Ich stelle immer wieder fest, dass die Kinder sich freuen, wenn die Schule wieder losgeht und sehr motiviert sind“, sagt Rektor Brockers.

Drei Wochen Ferienprogramm für Schüler

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Lehrkräfte, Rektor, Sekretärin, Hausmeister und Handwerker kommen zum Arbeiten in die Schule –– die Schülerinnen und Schüler zum Spielen. Die Betreuerinnen und Betreuer der Offenen Ganztagsschule bieten drei Wochen lang ein abwechslungsreiches Ferienprogramm von acht Uhr morgens bis 16 Uhr nachmittags, an dem etwa 70 Kinder teilnehmen. Sie erstellen eine Ferienzeitung, lernen den brasilianischen Kampftanz „Capoeira“, machen Ausflüge, Spiele, töpfern Tongefäße und nutzen den Schulhof zum Fußballspielen und Toben. Die einzige Chance für ein ungestörtes Tänzchen auf den Tischen haben die Mäuse also nur nachts –– und das können sie das ganze Jahr über.