27.10.2022

„Verantwortung stoppt Vollgas“: Präventionskonzept gegen Kfz-Rennen startet

Minister Reul: Die Straße ist der falsche Ort, um die eigenen Grenzen oder die des Autos zu testen

Ministerin Feller: Das Unterrichtskonzept ist ein präventiver Ansatz, den steigenden Zahlen an Rennen entgegenzuwirken

Das Ministerium des Innern und das Ministerium für Schule und Bildung teilen teilt mit:

An der Gesamtschule Rodenkirchen in Köln ist am Donnerstag, 27. Oktober 2022, der Startschuss für das Präventionskonzept „Verantwortung stoppt Vollgas“ gefallen. Innenminister Herbert Reul und Schulministerin Dorothee Feller sprachen bei der Kick-Off-Veranstaltung über die Gefahren von Kfz-Rennen und stellten das Unterrichtskonzept vor. Die nordrhein-westfälische Polizei veranschaulichte den Schülerinnen und Schülern die Folgen illegaler Autorennen anhand eines stark deformierten Unfallwagens auf dem Schulhof.

„Wer das Gaspedal zum Posen oder für einen Adrenalinkick benutzt, der verhält sich fahrlässig und rücksichtslos. Denn die Straße ist der falsche Ort, um die eigenen Grenzen oder die des Autos zu testen“, appellierte Innenminister Herbert Reul an die Schülerinnen und Schüler. Das neue Konzept zur Bekämpfung verbotener Kfz-Rennen richtet sich explizit an Jugendliche und junge Erwachsene. 2021 waren die Unfallverursacher bei illegalen Autorennen im Durchschnitt knapp 26 Jahre alt. Die meisten Unfälle in diesem Zusammenhang waren bei den 18-Jährigen zu verzeichnen. Schul- und Bildungsministerin Dorothee Feller: „Es gibt nur einen Ort für Kfz-Rennen – und das ist die Rennstrecke. Durch die neuentwickelte Unterrichtssequenz mit einer Gerichtsverhandlung als Rollenspiel gelingt es den Schülerinnen und Schülern dies zu erfahren und zu eigenen Urteilen zu gelangen.“

In Nordrhein-Westfalen stieg die Zahl verbotener Kfz-Rennen in den vergangenen Jahren kontinuierlich an. 2021 stellte die Polizei über 2.000 Verstöße fest. 2020 waren es noch 1.500. Dazu zählen neben Rennen zwischen zwei oder mehreren Fahrzeugen auch sogenannte Einzelrennen. „Autorennen gefährden Menschenleben. Und jeder Verkehrstote, jeder Verletzte ist ein Opfer zu viel“, sagte Reul. Im Jahr 2022 sind in Nordrhein-Westfalen bereits acht Menschen aufgrund illegaler Autorennen gestorben. „Verantwortung stoppt Vollgas“ soll junge Menschen für die Gefahren illegaler Kfz-Rennen sensibilisieren und somit dazu beitragen, schwere Verkehrsunfälle zu verhindern.

Das Präventionskonzept besteht aus einem interaktiven Kurzfilm mit zwei verschiedenen Fortsetzungsmöglichkeiten und einer darauf abgestimmten Unterrichtseinheit. In einer nachgestellten Gerichtsverhandlung versetzen sich die Schülerinnen und Schüler in die unterschiedlichen Rollen (Beschuldigter, Beifahrerin, Opfer etc.) hinein und entscheiden schließlich über die Strafe des fiktiven Haupttäters. „Damit ist das Unterrichtskonzept – neben der nachträglichen Strafverfolgung – ein präventiver Ansatz, den steigenden Zahlen an Rennen entgegenzuwirken“, erläuterte Schul- und Bildungsministerin Dorothee Feller.

„Verantwortung stoppt Vollgas“ kommt zunächst an ausgewählten Schulen und Fahrschulen in Aachen, Duisburg, Köln, Recklinghausen und Wuppertal zum Einsatz und soll ab dem Schuljahr 2023/2024 landesweit etabliert werden.

 

Bei Bürgeranfragen wenden Sie sich bitte an: Telefon 0211 871-01.

Bei journalistischen Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums des Innern, Telefon 0211 871-1111 sowie an die Pressestelle des Ministeriums für Schule und Bildung, . Telefon 0211 5867-3505.

Dieser Pressetext ist auch verfügbar unter www.land.nrw

Datenschutzhinweis betr. Soziale Medien