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[12.10.2023] Schulmail aus Anlass des Angriffs der Hamas auf Israel

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Sehr geehrte Schulleitungen,

sehr geehrte Lehrkräfte,

der entsetzliche Angriff der palästinensischen Terrororganisation Hamas auf den Staat Israel und seine Bevölkerung hat weltweit große Bestürzung und Besorgnis hervorgerufen. Er bewegt uns alle sehr. Die schlimmen Bilder der Gewalt, die sich vor allem gegen die Zivilbevölkerung richtet, sind von unermesslichem Leid geprägt und berühren uns alle zutiefst.

Auch bei Schülerinnen und Schülern werden die furchtbaren Bilder und Ereignisse Spuren hinterlassen haben. Die Geschehnisse der vergangenen Tage können innerhalb der Schülerschaft zu unterschiedlichen Reaktionen führen. Auf diesem Wege möchten wir Ihnen Unterstützung im Umgang mit dieser komplexen Gemengelage anbieten.

Unsere Schülerinnen und Schüler benötigen gerade in diesen Tagen eine offene Gesprächskultur sowie vertraute Strukturen des Alltags mit bekannten Abläufen und vertrauten Gesichtern, um ihre Ängste und Sorgen artikulieren und Sicherheit wiedergewinnen zu können.

Sie alle wissen aus Ihrer täglichen Arbeit im Lern- und Lebensort Schule um die Bedeutung einer von Offenheit, Respekt und Toleranz für verschiedene Ansichten geprägten Gesprächs- und Diskussionskultur in den Klassen und Stufen – und auch auf den Schulhöfen. Sie leisten hier täglich wichtige Arbeit. Unsere Schulen stehen durch ihr Handeln für demokratische Werte ein und fördern den respektvollen Meinungsaustausch. Offenheit, Respekt und Toleranz für verschiedene Ansichten finden aber seit jeher ihre Grenzen dort, wo Menschen beleidigt, erniedrigt, angegriffen und in ihrer Menschenwürde verletzt werden. Daher ist es uns in Anbetracht der schrecklichen Ereignisse im Nahen Osten wichtig, Sie darin zu bestärken, dass jeder antisemitischen oder israeldämonisierenden Äußerung sowie jeder menschenverachtenden Aussage entschieden entgegengetreten werden muss.

In den kommenden Tagen und Wochen kann es innerhalb der Schulgemeinden auch zu kontroversen Bewertungen und Haltungen zu den Ereignissen im Nahen Osten kommen. Ablehnende Äußerungen zum Staat Israel durch einzelne Schülerinnen und Schüler können auch durch propagandistische Informationen und gezielte Desinformationen aus sozialen Medien geprägt oder verstärkt sein.

Wir wissen um die herausfordernde Aufgabe, vor der Sie als Schulleitungen und Lehrkräfte in diesen Tagen stehen. Daher wollen wir Sie darin bekräftigen, den Angriff der Hamas auf Israel in den kommenden Tagen in den Schulen zu thematisieren: Einerseits in Ihrer Rolle als Wissensvermittler, andererseits auch als Vertrauenspersonen für Ihre Schülerinnen und Schüler. Deren Sorgen, Ängste und Unsicherheiten erfordern in diesen Tagen Ihre besondere emotionale Unterstützung durch Empathie und Zuhören. Auch und gerade deshalb ist neben einer fachlichen Einordnung die Vermittlung von Werten wie Toleranz, Respekt und Solidarität unverzichtbar.

Bei dieser Gratwanderung werden das Ministerium für Schule und Bildung sowie die Schulaufsichten Sie, liebe Schulleitungen und Lehrkräfte, eng begleiten.

Zu Ihrer Unterstützung in der aktuellen Situation finden Sie im Bildungsportal umfangreiche Informationen, Unterrichtsmaterialien und Handlungsempfehlungen: https://www.schulministerium.nrw/antisemitismus.

Die dort eingestellten Informationen werden regelmäßig aktualisiert. Zur Auseinandersetzung mit dem Nahostkonflikt möchte ich Sie bereits auf die Angebote der Bildungsmediathek NRW (https://bildungsmediathek-nrw.de/?newsid=4819), von Planet Schule (https://www.planet-schule.de/schwerpunkt/internationale-krisen/nahost-unterricht-100.html) und der Bundeszentrale für politische Bildung (https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/32921/nahost-konflikt/) hinweisen. Einen Überblick über die Historie und aktuellen Formen von Antisemitismus gibt eine Broschüre der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Düsseldorf e.V. (https://www.politische-bildung.nrw.de/fileadmin/imperia/md/content/e-books/Vorurteile-abbauen_Mauern-niederreissen_de.pdf).

Sollten Sie überdies konkrete Unterstützung im Umgang mit antisemitischen Äußerungen an ihrer Schule benötigen, können Sie sich zudem an die Fachkräfte der Systemischen Extremismusberatung (SystEx) in den schulpsychologischen Beratungsstellen vor Ort wenden, die in allen 53 Kreisen und kreisfreien Städten vorhanden sind. Die Fachkräfte können im Rahmen der Extremismusberatung jederzeit von Schulen auch zum richtigen Umgang mit Antisemitismus angefragt werden (https://www.schulministerium.nrw/schulpsychologische-beratungsstellen).

Darüber hinaus können sich Schulen auch an die "Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit – Beratung bei Rassismus und Antisemitismus" (SABRA) wenden (https://www.sabra-jgd.de/). Zudem steht Ihnen auch Ihre zuständige Bezirksregierung beratend zur Seite.

Wir hoffen, das bereitgestellte Material und die darüberhinausgehenden Beratungsangebote tragen dazu bei, dass Ihre Schulgemeinde nach den Ferien trotz der furchtbaren Entwicklungen im Nahen Osten wieder gut zueinanderkommt.

 

Mit freundlichem Gruß

Dr. Urban Mauer

 

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Diese Nachricht wurde Ihnen im Auftrag des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen (MSB NRW) übermittelt.

Bei Fragen zu diesem Thema wenden Sie sich an Herrn John Patric Kessel, fp-referat324[at]msb.nrw.de (fp-referat324[at]msb[dot]nrw[dot]de)