Frau mit medizinischem Mund-Nasen-Schutz.

Ressourcen, Einsatz und Ausbildung der Lehrkräfte

Wir haben hier Informationen zu Arbeitsschutz und Dienstpflicht, zur Ausbildung von Lehrkräften sowie
zum „Führen und Leiten in Krisensituationen“ für Sie zusammengestellt.

Personaleinsatz – Arbeitsschutz und Dienstpflicht

Unterrichtseinsatz von Lehrkräften bis zu den Sommerferien

Selbstverständlich trifft das Land NRW als Dienstherr und Arbeitgeber gegenüber allen Beschäftigten gerade in Zeiten einer Pandemie eine besondere Fürsorgepflicht. Daher sind besondere Regelungen zum Schutz der Beschäftigten getroffen worden, die sich auf die jeweils aktuelle Erkenntnislage stützen. 

In den "Informationen und Hilfestellungen für Personen mit einem höheren Risiko für einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf" stellt das Robert-Koch-Institut (RKI) fest: „Die verschiedenen vorgenannten Einflüsse und deren Kombinationsmöglichkeiten machen die Komplexität einer Risiko-Einschätzung deutlich. Daher ist eine generelle Festlegung zur Einstufung in eine Risikogruppe nicht möglich. Vielmehr erfordert dies eine individuelle Risikofaktoren-Bewertung im Sinne einer (arbeits-) medizinischen Begutachtung.“ Auf Grundlage dieser Bewertungen des RKI zu den Risiken eines Covid-19 Krankheitsverlaufs sind die nachstehenden Regelungen ergangen und gelten derzeit bis zum letzten Unterrichtstag vor den Sommerferien (02. Juli 2021), für die Termine der mündlichen Prüfungen des Schuljahrs 2020/21 bis zu deren endgültiger Abnahme. Sie gelten auch für weiteres im Schulbereich eingesetztes Landespersonal und für Seminarausbilderinnen und Seminarausbilder sowie Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter.

1. Lehrkräfte, bei denen aufgrund besonderer gesundheitlicher Risiken die Gefahr eines schweren Verlaufs von Covid-19 besteht, können auf Grundlage eines ärztlichen Attests von der Verpflichtung zum Präsenzunterricht (einschließlich Pausen- oder Klausuraufsichten etc.) befreit werden. Dieses legen sie ihrer Schulleitung vor. Eine konkrete Krankheitsdiagnose ist nicht erforderlich, das Attest muss vielmehr die vg. erhöhte Gefahr bestätigen. Im Einzelfall kann bei Bedarf eine zusätzliche arbeitsmedizinische Begutachtung hinzugezogen werden. Bis zur Vorlage eines solchen Attests sind Lehrkräfte zum Dienst verpflichtet.
Für die Zeit ab dem 26. Mai 2021 ist für eine Befreiung vom Präsenzunterricht die Vorlage eines neuen Attestes erforderlich. Dabei wird erwartet, dass eine ausdrückliche ärztliche Einschätzung der individuellen Gefahr eines drohenden schweren Krankheitsverlaufs im Hinblick auf einen eventuell schon bestehenden Impfschutz vorgenommen wird. Diese Befreiungsmöglichkeit wird auch Lehrkräften eingeräumt, die mit einer tatsächlich zu betreuenden Person mit Pflegegrad (Antragsstellung reicht aus) in häuslicher Gemeinschaft leben. Hier ist ebenfalls ein ärztliches Attest über die o.g. besondere Gefährdung der pflegebedürftigen Person aufgrund einer relevanten Vorerkrankung vorzulegen.

Gleiches gilt, wenn dieses Risiko für ein in häuslicher Gemeinschaft lebendes minderjähriges Kind ärztlich attestiert wird, auch wenn für dieses Kind kein Pflegegrad anerkannt ist. Die Befreiungsmöglichkeit für die Lehrkraft besteht aber nur, sofern das Kind auch selbst aufgrund seiner gesundheitlichen Disposition vom Präsenzunterricht befreit ist oder keine Betreuungseinrichtung mit Kontakt zu anderen Kindern besucht.

2. Ein derartiges Attest entbindet nicht von der Verpflichtung, alle übrigen dienstlichen Tätigkeiten am häuslichen Arbeitsplatz oder in der Schule zu erfüllen, wie beispielsweise das Bereitstellen von Materialen im „Lernen auf Distanz“ oder die Teilnahme an Konferenzen und Dienstgesprächen sowie die Abnahme von mündlichen Prüfungen.   

Zur Entscheidung über den Einsatz von Lehrkräften ist zu beachten:

  • Bei Lehrkräften, die aufgrund eines Attestes vom Präsenzunterricht befreit sind, ist das Interesse, keine dienstlichen Tätigkeiten mit relevant erhöhtem Ansteckungsrisiko auf Grund einer Vielzahl von Schülerkontakten auszuüben, besonders zu berücksichtigen.
  • Mit der Befreiung vom Präsenzunterricht entfällt jedoch nicht die allgemeine Dienstpflicht zu Tätigkeiten, die insgesamt der Unterrichtsversorgung und Unterrichtsorganisation dienen können. Auch dieses Interesse hat die Schulleitung bei der Interessenabwägung einzubringen.

Von einer Formulierung von Beispielfällen wird abgesehen, da die Abwägung nach den besonderen Umständen des jeweiligen Einzelfalles vorgenommen werden muss. Hierbei ist zu berücksichtigen, ob der persönliche Kontakt mit der einzelnen Schülerin oder dem einzelnen Schüler im Schulbetrieb zwingend erforderlich ist.

3. Für schwangere Lehrerinnen gilt ein eingeschränktes Beschäftigungsverbot, wonach keine Teilnahme an Konferenzen und Dienstbesprechungen und kein Einsatz im Präsenzunterricht oder im Rahmen sonstiger dienstlicher Kontakte mit einer Vielzahl wechselnder Schülerinnen und Schülern (einschl. Pausen- oder Klausuraufsichten etc.) zulässig ist. Ausnahmen sind bei Vorliegen zwingender Gründe zulässig im Rahmen der Abnahme mündlicher Prüfungen, sofern sichergestellt ist, dass durch eine entsprechende Organisation der mündlichen Prüfung, insbesondere durch räumlichen Abstand zwischen der schwangeren Lehrerin und dem Prüfling, eine Infizierung so weit wie möglich ausgeschlossen werden kann.

Für eine Beratung zu Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Hinblick auf den Einsatz in der Schule stehen den Lehrkräften die Ansprechpartner der BAD GmbH zur Verfügung.

Ausbildung von Lehrkräften, Vorbereitungsdienst, Staatsprüfung

Staatsprüfungen im Zeitraum bis zum 30.04.2021:

Qualitätsvolle Abschlüsse des Vorbereitungsdienstes erfordern Staatsprüfungen, die das eigenständige Unterrichten als die zentrale Kompetenz von Lehrerinnen und Lehrern in den Mittelpunkt stellen; dies lässt sich bestmöglich über Präsenzunterricht darstellen. Die aktuelle pandemiebedingte Entwicklung an den Schulen erfordert nach wie vor größtmögliche Flexibilität, um den besonderen und z.T. sehr herausfordernden Situationen angemessen begegnen zu können und allen Absolventinnen und Absolventen gleichwertige und individuell faire Prüfungsbedingungen zu ermöglichen.

Die Sonderregelungen der OVP („Dritte Verordnung zur Änderung der Ordnung des Vorbereitungsdienstes und der Staatsprüfung vom 17.12. 2020“) eröffnen erneut die Option eine Staatsprüfung in Präsenzunterricht oder über ein Fachgespräch bzw. zwei Fachgespräche mit Simulationsanteilen im Fach bzw. in den Fächern abzuleisten. In den möglichen Varianten wird ein Nichtbestehen einmalig als nicht durchgeführte Prüfung gewertet.

Ausgangspunkt für das individuell zum Tragen kommende Prüfungsformat ist die konkrete Situation an der jeweiligen Ausbildungsschule. Sobald feststeht, dass eine Staatsprüfung nicht im Präsenzformat stattfinden kann, teilen LAA und Schulleitung dies dem Prüfungsamt mit. (Weitere Informationen und das entsprechende Formular sind auf dem Internetportal des Landesprüfungsamtes (LPA) hinterlegt).

Ausbildungsorganisation:

Für die Ausbildung von Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern (LAA) an den Ausbildungsstandorten nutzen die ZfsL weiterhin Hybrid- und Wechselmodelle; sie orientieren sich dabei an der schrittweisen Öffnung der Schulen für Präsenzunterricht. Bis zu den Osterferien wird – unter Beachtung der vor Ort geltenden Hygiene-Konzepte und Corona-Schutzmaßnahmen – eine deutliche Zunahme an Ausbildungsbegleitung in Präsenz angestrebt.

Unterrichtsbesuche können ab dem 22.02.2021 stattfinden, wenn die Schulen und Lerngruppen am Präsenzunterricht teilnehmen. Die jeweilige schulische Situation ist dabei angemessen zu berücksichtigen. Sofern Unterrichtsbesuche in Präsenz (noch) nicht erfolgen können, treten an deren Stelle weitere verbindliche Ausbildungsformate, die eine individuelle Begleitung und Beratung der Auszubildenden ermöglichen und als weitere Beurteilungsgrundlagen mit in die Langzeitbeurteilungen eingehen. LAA werden angeregt, ihren schulischen Einsatz im Rahmen von Distanzunterricht sowie dort gewonnene Kompetenzen und Erfahrungen aktiv in diese Ausbildungsbegleitung durch die Seminarausbilder/innen mit einzubringen.

Die im Zusammenhang der Pandemie bestehenden besonderen Regelungen zum Einsatz von Lehrerinnen und Lehrern gelten in ihrer jeweiligen Fassung weiterhin entsprechend auch für Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter sowie Praktikantinnen und Praktikanten.

Informationen für Schulleitungen – „Führen und Leiten in Krisensituationen“

Die dynamische Entwicklung im Zusammenhang mit dem Coronavirus erfordert ein gleichermaßen umsichtiges wie effektives Handeln der Schulleitungen. Der Notfallordner „Hinsehen und Handeln“ unterstützt Schulen dabei, kompetent mit verschiedensten Notlagen umzugehen, auch bei der Bewältigung der aktuellen Situation. 

Ein Auszug aus dem Notfallorder (Seiten 231 – 234) bietet wichtige Handlungsempfehlungen für Schulleitungen und gibt Schulleiterinnen und Schulleitern wichtige Orientierung. Der gesamte Notfallordner steht allen Schulen auch online zum Download zur Verfügung. (www.notfallordner.nrw.de, Anmeldung mit Schulkennung und Kennwort)