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Ein kleiner rundlicher Roboter steht auf einem großen Blatt mit Markierungen auf dem Wort "Ziel".

Mit Robotern, Hochleistungsrechnern oder Videostudios zu einem neuen Unterricht

Eröffnung der „Digital Making Places“ in Duisburg mit Schulministerin Feller und den beteiligten Partnern von Land und Kommunen / Lehrerinnen und Lehrer können innovative digitale Technologien an fast 90 Orten nutzen und das Lehren und Lernen auf die Zukunft ausrichten  

06.02.2025

Das Ministerium für Schule und Bildung teilt mit: 

Einen Podcast für den Geschichtsunterricht produzieren, Kunstwerke von einem 3-D-Drucker erstellen lassen, programmierbare Roboter zum Einsatz bringen oder professionell Erklärfilme zusammenbauen: All das können Lehrerinnen und Lehrer in den neuen „Digital Making Places” (DMP) lernen. In vielen Städten in Nordrhein-Westfalen errichten Land und Kommunen Räume mit spannenden digitalen Technologien, um Lehrerinnen und Lehrern Praxiserfahrungen zu ermöglichen und so das Lehren und Lernen auf die Zukunft auszurichten. Schulministerin Dorothee Feller hat diese innovativen Methoden für den Unterricht jetzt  im Kommunalen Medienzentrum Duisburg selbst ausprobiert und die DMP offiziell eröffnet. Mit dabei waren Repräsentantinnen und Repräsentanten der Stadt Duisburg, der Bezirksregierung Düsseldorf, der Medienberatung NRW und des Zentrums für Medien und Bildung des Landschaftsverbandes Rheinland.

Die DMP werden in den 33 Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung und 45 kommunalen Medienzentren untergebracht. „Schülerinnen und Schüler sollen durch Bildung mit digitalen Technologien auf ein Leben in der digitalen Welt vorbereitet und auf diesem Weg begleitet werden”, betonte Ministerin Feller, „dafür brauchen wir Lehrkräfte, die mit diesen Techniken vertraut sind”. Astrid Neese, Dezernentin für Bildung, Arbeit und Soziales bei der Stadt Duisburg, ergänzte: „In Duisburg ist das Schulmedienzentrum der Stadtbibliothek mit seinen praxisnahen Fortbildungsangeboten seit vielen Jahren ein wichtiger Dienstleister für die Duisburger Schulen. Mit der Weiterentwicklung zum ‚Digitalen Making Place‘ und dem Einsatz innovativer Vermittlungskonzepte machen wir einen wichtigen Fortschritt im Übergang zur digitalen Schule”.

Die „Digital Making Places“ bieten in vier spezialisierten Kernbereichen kreative Möglichkeiten. Konkret sind das:

  • die Erstellung hochwertiger Videoprojekte mit professionellem Equipment wie Kameras, Beleuchtung, Greenscreens und 360°-Technologie.
  • die Produktion von Podcast- und Musikproduktionen mit MIDI-Keyboards, hochwertigen Mikrofonen und aktueller Software.
  • die kreative Gestaltung etwa mit 3D-Druckern und Lasercuttern.
  • und digitale Projekte etwa mit Robotern und leistungsstarken Computern.

Die Schaffung dieser digitalen Lehr- und Lerninfrastruktur ist nur möglich durch eine enge Kooperation der beteiligten Partner. So stellt das Schulministerium mit einem technischen Dienstleister die Technologien, die Kommunen ermöglichen die räumliche Nutzung. Die kommunalen Medienzentren begleiten Schulen mit ihrer langjährigen Expertise und kreativen Ideen. Sie bilden Teams, welche die Lehrkräfte mit praxisorientierten Workshops, individueller Beratung und technischer Unterstützung begleiten und damit zu einer modernen Schul- und Unterrichtsentwicklung beitragen. Wie wichtig diese  Auseinandersetzung mit neuen Formen der Digitalisierung bereits ist, zeigt das Beispiel der Stadt Dortmund, die weitere “Making Places” in die Pläne für Schulneubauten aufgenommen hat. Die Digitalisierungsangebote werden auch für die Weiterentwicklung der inklusiven Bildung eine große Rolle spielen, da neue Rechnergenerationen beispielsweise mit Augensteuerungen funktionieren und so barrierefreie Zugänge aufzeigen. 

Generell ist die verstärkte Unterstützung der Lehrkräfte in Digitalisierungsfragen gesamtgesellschaftlich bedeutsam, sagte Ministerin Feller: „Digitale Technologien setzen neue Erfahrungen frei und öffnen durch kreativen und kritischen Einsatz zukünftige Räume des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Insgesamt fördern wir mit den ‚Digital Making Places‘ eine Lernkultur, die Kreativität, gemeinsame Arbeit und Problemlösungskompetenz in den Blick nimmt. Wir freuen uns, dass wir dabei mit den Einrichtungen in den Kommunen starke Partner gefunden haben.” 

Weiterer Hintergrund

Da mit neuen digitalen Technologien sowohl Chancen als auch Risiken verbunden sind, gehört der souveräne Umgang mit digitalen Medien zu den grundlegenden Kompetenzen, die den Schülerinnen und Schülern an den Schulen in Nordrhein-Westfalen vermittelt werden. Im nordrhein-westfälischen Schulgesetz ist die Vermittlung dieser Kompetenzen als ausdrückliches Bildungs- und Erziehungsziel verankert. 

Grundsätzlich gilt: Die Vermittlung von Medienkompetenz ist Aufgabe aller Fächer und beginnt bereits in der Grundschule. Basis ist der Medienkompetenzrahmen NRW, der mit seinen sechs Kompetenzbereichen und insgesamt 24 Teilkompetenzen die Grundlage für eine jeweils altersgemäße und systematische Medienkompetenzförderung von der Primarstufe bis zum Ende der Schulpflichtzeit in der Sekundarstufe I bildet. Dabei zielt der gesamte 2. KompetenzbereichInformieren und Recherchieren“ auf den kritischen Umgang mit Informationen und Nachrichten ab. Diese Quellen- und Urteilskompetenz zu vermitteln, ist angesichts von Fake News und KI-generierten Deepfakes, die über soziale Medien verbreitet werden, unverzichtbar. Auch in diesem Bewusstsein hat Nordrhein-Westfalen auf Ebene der Kultusministerkonferenz die Federführung dafür übernommen, Handlungsempfehlungen für den Umgang mit KI an Schulen zu entwickeln und seinen Schulen als eines der ersten Bundesländer einen Handlungsleitfaden zukommen lassen. 

Die Sensibilisierung für den Umgang mit Gewalt im Internet, wie zum Beispiel Cybermobbing, ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der schulischen Bildungsarbeit. Im Medienkompetenzrahmen wird unter 3.4. die Kompetenz „Schülerinnen und Schüler erkennen persönliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Risiken und Auswirkungen von Cybergewalt und -kriminalität. Sie kennen und nutzen Ansprechpartner und Reaktionsmöglichkeiten“ angeführt. Auf der Grundlage des Medienkompetenzrahmens NRW haben die Schulen eigene Medienkonzepte entwickelt, in denen auch Themen wie Cybermobbing aufgegriffen werden und so Eingang in den Unterricht finden. Die Kompetenzen werden ebenfalls fächerintegriert sowie fachübergreifend in den Schulen vermittelt.

Zudem hat die Landesregierung jüngst ein gemeinsames Programm von Schulministerium und der Landesanstalt für Medien NRW verlängert und ausgebaut: die Medienscouts, also Schülerinnen und Schüler, die – unterstützt von Lehrkräften – ihre Mitschülerinnen und Mitschüler auf Augenhöhe beraten, wie sie die digitalen Medien verantwortungsvoll nutzen können. In diesem Zusammenhang werden auch Themen wie Cybermobbing und Cybergrooming aufgegriffen, und die Medienscouts und entsprechende Beratungslehrkräfte werden für die Beratung der Schülerinnen und Schüler in diesen Themenbereichen qualifiziert. Seit dem Schuljahr 2021/2022 verleiht das Ministerium für Schule und Bildung gemeinsam mit der Landesanstalt für Medien NRW das Sonderabzeichen „Medienscouts NRW-Schule gegen Cybermobbing“ an Schulen, deren Medienscouts in diesem Thema besonders engagiert sind.

Die Lehrerfortbildung in NRW berücksichtigt den Medienkompetenzrahmen im Orientierungsrahmen „Lehrkräfte in der digitalisierten Welt – Orientierungsrahmen für Lehrerausbildung und Lehrerfortbildung in NRW“. Die Bezüge zum Medienkompetenzrahmen NRW und darauf aufbauende Konzepte bieten zahlreiche Perspektiven, Fortbildungsangebote zu überarbeiten, anzupassen und neu zu entwickeln. Um die Schulleitungen und Lehrkräfte bei der digitalen Transformation zu unterstützen, hat die Landesregierung zudem im Frühjahr 2022 eine Digitale Fortbildungsoffensive für Schulleitungen und Lehrkräfte gestartet. An der Weiterentwicklung der Digitalen Fortbildungsoffensive wird kontinuierlich gearbeitet.

Bei Bürgeranfragen wenden Sie sich bitte an: Telefon 0211 5867 40.

Bei journalistischen Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Schule und Bildung, Telefon 0211 5867 3505.

Dieser Pressetext ist auch verfügbar unter www.land.nrw

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